Neue Ortsschilder angebracht

Eingestellt am: 01.02.2018 | 00:00



Die typisch gelben Schilder an den Ortseingängen Veltens haben Mitarbeiter des Veltener Bauhofs am Mittwochvormittag erneuert. Sie weisen ab sofort den Beinamen Veltens – die Ofenstadt – aus.

Die Beschilderung erfolgte auf der Grundlage eines Beschlusses der Stadtverordneten vom Oktober 2015. Zuvor hatte die Stadt die Zusatzbezeichnung beim Land Brandenburg angezeigt, das den Namenszusatz bestätigte.

Auch wenn die zusätzliche Bezeichnung nicht Bestandteil des amtlichen Namens Veltens ist, soll sie doch im Stadtbild sichtbar sein. Denn der Name verweist auf die besondere Historie Veltens: „Veltens industrieller Aufstieg und seine Entwicklung vom Angerdorf zu einer Stadt ist untrennbar mit dem Fund der reichhaltigen Tonvorkommen und der sich daraus entwickelnden Keramik- und Ofenindustrie verbunden. Mit dem Beschluss zum Logo wurde ebenfalls die Wortmarke „Ofenstadt Velten“ für das Stadtmarketing etabliert. Dement-sprechend ist der Schritt, den Beinamen auch offiziell zu führen, nur konsequent“, heißt es in der Begründung des Beschlusses zur Zusatzbezeichnung.

Denn Velten erlangte um 1900 durch seine Ofen- und Kachelindustrie internationale Bedeutung. Grundlage waren die reichen Vorkommen an Ton am Stadtrand. Schon im Jahr 1835 ließ der Mau-rerpolier Johann Ackermann die erste Ofenkachelfabrik erbauen. Um die Jahrhundertwende zählte die Stadt 43 Ofenfabriken und keramische Werkstätten – eine wohl weltweit einmalige Ballung dieses Handwerks. Mehr als 2.000 Beschäftigte fanden hier Arbeit.

Zwei Jahre später war der wirtschaftliche Höhepunkt mit einer jährlichen Produktion von 100.000 Kachelöfen erreicht. Damit deckten die Fabriken insbesondere den Bedarf an Öfen und Kacheln der stark wachsenden Großstadt Berlin. So darf Velten getrost als die Stadt bezeichnet werden, die den Berlinern die Wärme brachte. Zum Weltbegriff avancierte die Veltener Kachel durch die Erfindung der weißen Schmelzglasur. Ausschlaggebend dafür war die spezielle Beschaffenheit des Veltener Tons.

Zeugnisse Veltener Baukeramik lassen sich heute unter anderem am Berliner S-Bahnhof Hacke-scher Markt und an der Berliner Karl-Marx-Allee bewundern. So-gar im Bundespräsidialamt finden sich Wandkeramiken, die aus einer Veltener Manufaktur stammen.

Bei einem Rundgang durch die Ofenstadt zeugen noch heute neben dem bekannten Ofen- und Keramikmuseum die prachtvollen Töppervillen, die Wohnhäuser der ehemaligen Ofenfabrikanten, vom einstigen „Veltener Wirtschafts-wunder“.


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