05.10.2016

Gastfamilien gesucht: Der Landkreis Oberhavel ist einer von bundesweit vier Modellregionen des Projektes Gastfamilien – Vormundschaften – Patenschaften, das vom Kompetenz-Zentrum Pflegekinder e.V. im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt wird. Ziel ist die Förderung und Etablierung von Gastfamilien, Paten und Vormündern in der Region. „Die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Gastfamilien ist eine große Chance für eine gelungene Integration dieser jungen Menschen im familiären Rahmen, gleichzeitig aber eine neue Herausforderung für unsere Arbeit“, so Oberhavels Jugenddezernent Dieter Starke. 

Im Landkreis Oberhavel leben derzeit 95 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. „Wir freuen uns immer über Interessenten, die die Pflege für ein Kind übernehmen möchten.

Oft scheitert die Aufnahme eines Pflegekindes an Alltagsproblemen, weil Pflegeeltern mit einem unbegleiteten minderjährigen Flüchtling beispielsweise nicht ins Ausland reisen dürfen. Deshalb wurde das Projekt um die Bereiche ehrenamtliche Vormundschaften und Patenschaften erweitert. Ziel ist es, interessierten Menschen die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Hilfeformen aufzuzeigen, um das Potenzial zivilgesellschaftlichen Engagements auszuschöpfen.

Der Pflegekinderdienst des Landkreises Oberhavel sucht Pflegepersonen, die Kindern und Jugendlichen in schweren Lebenslagen eine stabile Familienstruktur bieten können. Nähere  Informationen finden Sie unter: Telefon: 03301 601-4824 / E-Mail: FB-Jugend@oberhavel.de

www.oberhavel.de/pflegekinderdienst

26.02.2016

Zu einer Informationsveranstaltung über die im Oberkrämer Ortsteil Marwitz geplante Gemeinschaftsunterkunft hatte die Kreisverwaltung am 23. Februar in die Vehlefanzer Nashorn-Grundschule eingeladen. Da das Grundstück in der Lindenstraße 41 direkt an Veltener Gemarkung grenzt, zählten auch viele Ofenstädter zu den etwa 400 Gästen der Veranstaltung. Unter ihnen Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner.

Landrat Ludger Weskamp zog zunächst Bilanz über die aktuelle Situation im Kreis. Mehr als zweitausend Asylbewerber hat Oberhavel im Jahr 2015 aufgenommen, davon rund die Hälfte allein in den letzten zehn Wochen des Vorjahres. „Ich hatte es nicht für möglich gehalten, dass es uns gelingt, alle Flüchtlinge menschenwürdig unterzubringen“, resümierte Weskamp. Niemand muss in Zelten wohnen. Auf Turnhallen musste man nur kurzzeitig zurückgreifen. Schul- oder Vereinssport war davon nicht beeinträchtigt. Weskamp danke dafür insbesondere den vielen Menschen, die sich in Willkommensinitiativen engagieren.

„Ziel des Landkreises ist eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Asylbewerber“, sagte Sozialdezernent Matthias Rink. Die Entscheidung für neue Standorte trifft dabei der Landkreis. Die Marwitzer Unterkunft soll zum 1. Oktober dieses Jahres fertiggestellt sein. Auf dem Gelände des ehemaligen Penny-Marktes entstehen drei zweistöckige Gebäude in Modulbauweise, die 148 Flüchtlingen Platz bieten. Die Unterkunft wird sukzessive belegt. Neben sechs Quadratmetern Platz für jeden Bewohner gibt es gemeinschaftliche Küchen und Sanitäranlagen, ein Spielzimmer und im Außenbereich einen kleinen Spielplatz. Wie in allen Gemeinschaftsunterkünften sind Wachschutz, Sozialarbeiter und Betreuer vor Ort. Der Kreis organisiert zudem Basis-Sprachkurse an der Kreisvolkshochschule.

Der Neubau kostet rund 2,9 Millionen Euro. Bauherr ist die Oberhavel-Holding, eine Tochtergesellschaft des Landkreises. Finanziert wird die Unterkunft vom Landkreis, der Unterstützung des Landes erhält. „Das ist kein Geld, das anderswo eingespart wird“, betonte der Landrat. Noch nie sei zudem so viel Geld in den Bildungsbereich geflossen wie in diesem Jahr.

Die Präsentation des Kreises zeigte auf, dass die Gemeinden Oberkrämer, Leegebruch und Velten ein gemeinsames Plangebiet bilden. Damit wird die Stadt Velten nicht nur bei der Integration der Flüchtlinge Verantwortung übernehmen, sondern möglicherweise auch mit sozialer Infrastruktur aushelfen. So ist an der Löwenzahn-Grundschule in Velten-Süd bereits seit längerem eine Willkommensklasse eingerichtet. Bürgermeisterin Ines Hübner informierte im Nachgang der Veranstaltung, dass erste Gespräche zu diesem Thema mit ihren Kollegen aus Oberkrämer und Leegebruch bereits stattgefunden haben.

Besorgt zeigten sich etliche Besucher der Veranstaltung um ihre Sicherheit. Mario Bergel, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Oberhavel, erklärte: „Die Polizei unterscheidet bei der Erfassung von Kriminalität nicht nach Nationalitäten.“ Eine Erhöhung von Straftaten im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften sei nicht zu verzeichnen. Er verschwieg nicht, dass die Polizei zu Einsätzen innerhalb der Heime gerufen werde. Bedrohungen oder Ruhestörungen nannte er als Beispiele. Nicht jeder Einsatz führe aber automatisch zur Feststellung einer Straftat.

Werner Moll von der Willkommensinitiative Oberkrämer –Leegebruch und Velten meinte: „Ich fühle mich im Heim sicherer als hinter mancher deutschen Kneipe.“ Um den diffusen Ängsten zu begegnen, lud er ein, Flüchtlinge kennenzulernen und kündigt an, dass die Initiative ihr Engagement auch in Marwitz einbringen werde. „Wir haben eine menschliche Pflicht, Menschen, die aus Kriegsgebieten kommen, aufzunehmen“, meinte dazu eine Bürgerin aus Bärenklau.

Unterrichtsausfall, die Stellung von Flüchtlingen, die Abschiebepraxis und Informationspolitik des Kreises waren weitere Diskussionspunkte. Dabei widersprach Landrat Weskamp entschieden der Aussage, Flüchtlinge würden besser gestellt als Einheimische. „Das stimmt nicht!“

Weskamp erläuterte, dass für den Landkreis die Schaffung von sozialem Wohnraum ein wesentliches Thema ist. „Die Chance heißt Sprache, Integration und die Menschen in Arbeit zu bringen.“ Die Erfahrung zeige zudem, dass viele Befürchtungen und Ängste schwinden, sobald die Flüchtlinge da und die Menschen sichtbar sind.

Daten und Fakten

Zum Stichtag 31.01.2016 waren genau 2.060 Asylbewerber im Landkreis Oberhavel registriert. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 hat Oberhavel 499 und im Jahr 2013 242 Flüchtlinge aufgenommen. Für 2016 sind noch keine Prognosen bekannt.

Insgesamt stellt der Kreis derzeit 2.768 Unterkunftsplätze zur Verfügung. Weitere Kapazitäten sind in Vorbereitung, darunter die Gemeinschaftsunterkunft in Marwitz und der zweite Bauabschnitt der Unterkunft in Bärenklau. Letzterer soll zum August des Jahres mit 120 Plätzen ans Netz gehen.

Der größte Anteil der Flüchtlinge kommt aktuell aus Syrien (37,3 Prozent), gefolgt von Afghanistan (14,4 Prozent) und der Russischen Föderation (7,5 Prozent). Im Kreis leben derzeit Asylbewerber aus 41 Nationen, darunter Menschen aus Pakistan, dem Iran, aus Eritrea, Kamerun und Somalia.

71,8 Prozent der Flüchtlinge sind männlich, 28,2 Prozent weiblich. Bei der Altersstruktur machen die 18- bis 30-jährigen den größten Anteil aus. 20 bis 25 Prozent sind Kinder.

Eine Aufnahme- und Verteileinrichtung mit 210 Plätzen wird der Landkreis zum 1. März in Oranienburg ans Netz nehmen. Dadurch soll eine geordnete Verteilung der ankommenden Menschen gewährleistet werden, erläuterte Sozialdezernent Rink.

29.01.2016

Wie viel Geld bekommt ein Asylbewerber? Wie kann ich mich ehrenamtlich engagieren? Und wer entscheidet eigentlich, wer bleiben darf und wer nicht? Antworten auf diese und ähnliche Fragen sowie Informationen zum aktuellen Stand der Aufnahmezahlen im Landkreis Oberhavel, insbesondere zur Verteilung auf Städte und Gemeinden, eine Übersicht nach Nationalitäten, Alter und Geschlecht sowie rechtliche Rahmenbedingungen und Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements sind ab sofort auf www.oberhavel.de/Asyl veröffentlicht.
Mit dem Angebot möchte die Kreisverwaltung einen Überblick rund um das Thema Asyl geben. Darüber hinaus werden häufig gestellte Fragen in der Rubrik FAQ übersichtlich dargestellt und beantwortet.

10.12.2015

Einer Pressemitteilung des Landkreises Oberhavel ist zu entnehmen, dass der Kreis nach aktuellem Stand 2015 bereits 1.803 Menschen in Wohnungen, Gemeinschafts- und Notunterkünften landkreisweit untergebracht hat. Bis zum Jahresende werden bis zu 300 weitere Personen erwartet. Mit der gearde in Betrieb gegangenen Nutzung des Kreistagssaals stehen aktuell sieben Notunterkünfte mit insgesamt 475 belegten Plätzen zur vorübergehenden Unterbringung zur Verfügung. Die in diesem Jahr aufgenommenen Asylsuchenden stammen hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und der Russischen Föderation.

Landrat Ludger Weskamp sprach den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern seinen Dank für die Hilfsbereitschaft aus. „Ihre tatkräftige Unterstützung trägt maßgeblich dazu bei, dass Verständigung und Integration vor Ort gelingen.“

02.12.2015

Der Landkreis Oberhavel plant in Marwitz, direkt an der Veltener Ortsgrenze, eine Unterkunft für 150 Flüchtlinge. Auf dem Gelände des ehemaligen Penny-Marktes in der Lindenstraße sollen bis zum Herbst 2016 drei Gebäude in Modulbauweise entstehen.

Damit wird Oberkrämer 2016 zusammen mit den demnächst 370 Menschen in der ehemaligen Fliegerschule Bärenklau insgesamt 520 Flüchtlinge aufnehmen. „Eine gleichmäßige Verteilung im Kreis war zwar das Ziel, aber nicht überall gibt es geeignete Grundstücke oder Räumlichkeiten“, wird Oberkrämers Bürgermeister Peter Leys im Oranienburger Generalanzeiger (28.11.2015) zitiert. 

Weil Velten bislang keinen geeigneten Standort für die Unterbringung von Flüchtlingen anbieten konnte und die in Marwitz geplanten Häuser direkt an Veltener Gemarkung grenzen, hat Bürgermeisterin Ines Hübner dem Landkreis vorgeschlagen, die Kommunen Oberkrämer, Leegebruch und Velten als eine Planungseinheit zu betrachten. „Das macht Sinn“, sagt Hübner, „denn auch die Willkommensinitiative arbeitet interkommunal.“ Die Bürgermeister der drei Kommunen wollen sich zeitnah dazu verständigen.

Velten könnte – entsprechende Vereinbarungen zwischen den Kommunen vorausgesetzt – seine Nachbargemeinden etwa bei der Erfüllung der Schulpflicht unterstützen. Die Löwenzahn-Grundschule in Velten-Süd war zum Schuljahr 2015/16 als Stützpunktschule für den Deutschunterricht installiert worden. Bedarf gibt es möglicherweise auch an Kitaplätzen. Ob und in welcher Anzahl diese benötigt werden, steht indes noch nicht fest, da niemand vorhersehen kann, Menschen welchen Alters in Marwitz einziehen werden.

Im kommenden Jahr wird der Landkreis zu einer Informationsveranstaltung einladen. Ein Termin steht bislang nicht fest.

25.11.2015

Der Landkreis Oberhavel verhandelt mit dem Eigentümer des leer stehenden Businesshotels über eine Nutzung der Immobilie als Flüchtlingsunterkunft. "Es gibt aber noch kein belastbares Verhandlungsergebnis", wie Kreissprecherin Irina Schmidt gegenüber dem Hennigsdorfer Generalanzeiger betonte (Ausgabe 25.11.2015).

Nicht diskutiert wird die Nutzung der ehemaligen Ingenieurschule als Unterkunft für Flüchtlinge. Im Sozialausschuss des Landkreises hieß es am Donnerstag, dass die Sanierung der Immobilie zu teuer sei.

11.11.2015

Insgesamt 2.800 Flüchtlinge erwartet der Landkreis Oberhavel nach neuesten Zahlen im Jahr 2015. Vorherige Prognosen gingen von etwa 1.900 Menschen aus. Daher wird der Landkreis in den kommenden Monaten verstärkt auf Notunterkünfte ausweichen müssen, wie jüngst bei einer Informationsveranstaltung in Oranienburg berichtet wurde.

Neue Unterkünfte soll es demnach insbesondere auf dem ehemaligen Kasernengelände in Lehnitz und im Oranienburger Stadtgebiet geben.

Für Velten gibt es weiterhin keine Entscheidung zu einem Standort für die Unterbringung von Flüchtlingen.

19.10.2015

Um einer „Gerüchteküche“ vorzubeugen, stellt die Stadt Velten klar: Eine Unterbringung von Flüchtlingen in der Ofen-Stadt-Halle ist nicht geplant.

Hintergrund: Die Ofen-Stadt-Halle befindet sich im Eigentum der Stadt Velten. Insofern hat die Stadt grundsätzlich Entscheidungshoheit über die Verwendung ihrer Immobilie.

Für die Unterbringung von Flüchtlingen ist der Landkreis Oberhavel zuständig. Dieser ist in der Pflicht, nach geeigneten Grundstücken bzw. Immobilien zu suchen. Wie bereits mehrfach bekannt gegeben, konnte die Stadtverwaltung dem Landkreis mangels Vorhandensein keinen geeigneten Standort für die Unterbringung von Flüchtlingen anbieten. Auch die Ofen-Stadt-Halle wurde nicht angeboten.

Es ist davon auszugehen, dass der Landkreis darüber hinaus – wie auch in allen anderen Kommunen Oberhavels, so auch in Velten – nach weiteren Grundstücken und Immobilien sucht, die als Unterkunft für Asylbewerber geeignet sind. Dies können kreiseigene Standorte ebenso sein wie private Angebote, die ggf. an den Landkreis herangetragen werden. Der Pressesprecher des Landkreises hatte bereits Anfang Oktober bestätigt, dass der Landkreis mehrere Standorte in Velten prüft (siehe Beitrag v. 12.10.2015). Welche Standorte dies konkret sind, wurde der Stadtverwaltung Velten nicht mitgeteilt. Eine Entscheidung zu einem Standort in der Gemarkung Velten gibt es bisher nicht.

An Spekulationen über mögliche vom Landkreis zu prüfende Standorte wird sich die Stadt Velten nicht beteiligen. Die Informationen auf dieser Seite sind tagesaktuell. Sobald es eine konkrete Entscheidung gibt, wird die Stadt diese umgehend an dieser Stelle bekannt geben.

12.10.2015

Deutlich höher als ursprünglich prognostiziert sind die Zahlen der Asylbewerber, die vermutlich 2015 in Oberhavel ankommen werden. Noch zum Jahresbeginn ging man im Landkreis von 681 Personen aus. Aktuell rechnet der Kreis mit bis zu 2.500 Personen, die untergebracht werden müssen. Auch wenn für die Stadt Velten bislang keine konkreten Unterkünfte geplant sind, ist absehbar, dass auch Velten - wie alle anderen Kommunen Oberhavels - Asylbewerber aufnehmen wird. Deshalb bereitet sich die Stadt schon jetzt vielfältig darauf vor.

„Selbstverständlich wird sich die Stadt Velten ihrer Verantwortung bei der Integration von Flüchtlingen stellen“, betont Bürgermeisterin Ines Hübner. Denn im Landkreis Oberhavel wird eine dezentrale Unterbringung der Asylsuchenden angestrebt. Das bedeutet, dass jede Kommune im Kreis einen gemessen an ihrer Einwohnerzahl gleichmäßigen prozentualen Anteil der Asylsuchenden aufnehmen sollte. „Wenn der Kreis andernorts bereits Notunterkünfte einrichten muss, kann und will sich Velten hier nicht ausnehmen“, betont Ines Hübner.

Die Gerüchteküche brodelt bereits, wo eine Unterkunft entstehen soll. Fakt ist: Auf Nachfrage der Stadtverwaltung  hat der Landkreis Oberhavel bestätigt, dass er mehrere Liegenschaften in der Stadt und in Stadtnähe auf ihre Eignung als Flüchtlingsunterkunft prüft. Konkrete Standorte hat der Kreis bisher nicht benannt. Auch für die Aufnahme in 2016 gilt dies zum jetzigen Zeitpunkt. Auch über eine geplante Nutzung von kreiseigenen Immobilien im städtischen Umfeld als Flüchtlingsunterkunft hat die Stadtverwaltung bisher keine Kenntnis erhalten.

Sobald es konkrete Entscheidungen des Landkreises gibt, wird die Stadtverwaltung die Öffentlichkeit an dieser Stelle und über die regionalen Tageszeitungen umgehend informieren. Die Stadt selbst hat auf die Auswahl der Standorte keinen Einfluss. Die Unterbringung der Asylsuchenden ist Aufgabe des Landkreises und wird auch durch diesen finanziert.

Aktuell kommen die Asylbewerber hauptsächlich aus Syrien, Albanien und Serbien. Sie sind in verschiedenen Gemeinschaftsunterkünften wie auch in Wohnungen im Kreisgebiet untergebracht. Eine neue Gemeinschaftsunterkunft geht dieser Tage am Kreisverkehr zwischen Bärenklau und Leegebruch mit bis zu 250 Plätzen in Betrieb. Mit der Initiative „Willkommen in Oberkrämer, Leegebruch und Velten“ steht die Stadtverwaltung bereits in regem Kontakt. Auch einen „Runden Tisch“ hat die Bürgermeisterin bereits im Rathaus einberufen, um alle in der Flüchtlingshilfe tätigen Akteure und Initiativen der Stadt Velten zu bündeln.

Wer sich selbst konkret engagieren will, kann sich an die Willkommensinitiative Oberhavel-Leegeruch-Velten wenden (siehe Kontakt ganz unten).

Daneben sorgt die Stadt schon jetzt ganz konkret vor: Für den Entwurf des Stadthaushalts 2016 hat die Verwaltung Mittel für die Förderung von Integrationsprojekten vorgesehen, die vom Landkreis kofinanziert werden.

Die Grundschulen sind auf einen möglichen Unterricht mit Flüchtlingskindern bereits vorbereitet. An der Löwenzahn-Grundschule hat das Landesamt für Schule und Lehrerbildung eine schulübergreifende Vorbereitungsgruppe eingerichtet. Hier lernen schon jetzt maximal 15 Kinder aus verschiedenen Ländern, darunter Polen, Griechenland, Tschetschenien und Vietnam, zunächst die deutsche Sprache. Die Kinder wohnen in Velten oder Bötzow.

Zu Vorsicht rät Bürgermeisterin Ines Hübner mit Gemunkel: „Weder müssen unsere Veltenerinnen und Veltener Sorge um ihren Kitaplatz noch um ihre Sicherheit haben. Wer solche Gerüchte streut, verfolgt nur ein Ziel: Die Zersetzung unserer freiheitlich-demokratischen Strukturen.“ Stefan Boyé, Revierleiter der Polizei in Hennigsdorf klärt auf: „Schon aufgrund der unterschiedlichen Ethnien sind Konflikte in Flüchtlingsheimen normal.“ Außerhalb der Unterkünfte aber seien weder mehr Wohnungseinbrüche noch vermehrt Diebstähle zu verzeichnen. „Es gibt bei diesen Fällen keinen Zusammenhang mit Asylbewerberheimen.“