Ausstellung „Dreiklang“ zeigt Arbeiten von Kunstpädagogen

Eingestellt am: 06.12.2019 | 00:00



Zur Vernissage ihrer Ausstellung „Dreiklang“ luden Günter Böhme, Peter Felix und Jürgen Hinze am Donnerstagabend ins Foyer der Veltener Stadtwerke ein. An der Berliner Humboldt-Universität hatten sie zwischen 1959 und 1963 gemeinsam Kunsterziehung studiert. Bis heute sind sie befreundet und gestalten nun mit Werken aus der Keramik, Malerei und dem Digitaldruck eine gemeinsame Ausstellung, die Bürgermeisterin Ines Hübner im Beisein von rund dreißig Gästen eröffnete.

Jürgen Hinze stellt dabei Figuren aus Ton und keramische Reliefs zum „Decamerone“, einer Novellensammlung von Giovanni Boccaccio aus dem 14. Jahrhundert, vor. Die Texte handeln von Menschen, die vor der Pest geflüchtet sind. In einem italienischen Landhaus erzählen sie sich zehn Tage lang Geschichten. In den Arbeiten Hinzes spiegeln sich diese Geschichten wieder. Die Reliefs zeigen viele Frauenfiguren und „die Sinnlichkeit des Tons“, wie Hinze bei der Vernissage sagte. Mit dem Material Ton ist der frühere Pädagoge, der seit 1965 in Velten als Lehrer tätig und auch stellvertretender Rektor an der ehemaligen Realschule war, seit langem vertraut. „Über eine Kachelofenfabrik sind wir regelmäßig an Ton gekommen und haben damit im Unterricht gearbeitet. Bei der Veltak wurde die Keramik gebrannt und glasiert“, erinnert er sich. Als 1986 die Schule in Velten-Süd neu gebaut war, wechselte er dorthin und war Mitbegründer eines Keramikzirkels. „Wir hatten in der Schule ideale Bedingungen, es gab eine Töpferscheibe und auch einen Brennofen.“ Später zog die Keramikgruppe ins Ofenmuseum um, wo sie sich bis heute trifft. Hinze wirkt außerdem im Veltener Künstlertreff mit.

Der Berliner Künstler Günter Böhme zeigt abstrakte und farbintensive figurative Bilder, die in Öl gemalt sind und zum Beispiel den Harlekin und die mythologische Gestalt der Europa zeigen. Auch „Biedermann Brandstifter“ heißt ein Bild, das Bezug zum Nationalsozialismus und aktuellen politischen Entwicklungen nimmt. Denn das ist Böhme wichtig: „Wir beziehen mit unserer Kunst auch gesellschaftliche Positionen.“ Daneben sind von ihm, meist in erdigen Tönen gehalten, gegenstandslose Bilder zu sehen: „Verspannungen“ nennt er selbst die Werke, die mit Farben und Elementen spielen und alles wie in Bewegung ineinander fließen lassen.

Dritter im Bunde der Kunstfreunde ist Peter Felix. Seine abstrakten Arbeiten entstehen alle am Computer: Mittels eines Bildprogramms setzt er Kreise, Dreiecke, Trapeze und andere Formen zusammen, erstellt daraus Grafiken, gibt ihnen Struktur, Raum und Farbe. Der Berliner zeigt daneben surreale Arbeiten und satirische Cartoons. Auch seine Collagen setzen sich mit aktuellem politischem Geschehen auseinander, andere der digitalen, abstrahierenden Formen sind eine Hommage zum Bauhausjubiläum. „Die Abstraktion ist mir wichtig“, sagte Felix bei der Vernissage: „Und ich liebe den Surrealismus, das waren meine Anfänge.“

Gemeinsam haben die drei Künstler den Gleichklang im künstlerischen Schaffen, dem man gemeinsam verfallen sei, so Günter Böhme. Die Ausstellung sei daher ein innerlicher Dreiklang verschiedener künstlerischer Gattungen. Er dankte den Stadtwerken Velten und Geschäftsführer Michael Kühne für die Initiative, Kunst zu zeigen. Denn Kultur sei Brot für die Seele und den Geist.

Die Ausstellung ist bis zum 31. März in der Viktoriastraße 12 immer zu den Öffnungszeiten der Stadtwerke zu besichtigen: montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 13 bis 18 Uhr.


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