Gedenkstele gegen das Vergessen: Einweihung am 21. Oktober

Eingestellt am: 16.10.2019 | 00:00



Eine Gedenkstele für das ehemalige KZ-Außenlager Meissnershof wird am Montag, 21. Oktober 2019, um 10 Uhr von den Bürgermeistern der Städte Velten und Hennigsdorf, Ines Hübner und Thomas Günther, enthüllt. Die beiden Städte wollen damit an die menschenverachtenden Geschehnisse an diesem Ort erinnern und so dem Vergessen entgegenwirken. An der Einweihungsfeier in der Parkallee/Ecke Veltener Straße nimmt auch Dr. Horst Seferens, Pressesprecher der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, teil.

Im Frühjahr 1933 richtete die Nauener SA-Standarte 224 in den Kellern des ehemaligen Landguts der „Naturfreunde“ eines der vielen frühen Konzentrationslager ein. Es befand sich in der Nähe des Kanals zwischen Velten und Hennigsdorf im Forstbezirk Hohenschöpping. Etwa 60 Häftlinge waren hier inhaftiert. Es waren vor allem Funktionäre der KPD und der SPD sowie Gewerkschafter aus dem Ost- und Westhavelland.

Zu den einzelnen Häftlingen gibt es nur wenige Informationen. Viele überlebten die Verhöre, die schweren Misshandlungen und das mörderische Arbeitspensum ohne ausreichend Nahrung nicht. Zu den ermordeten Opfern gehörten auch der Stahlarbeiter und Gewerkschafter Richard Ungermann sowie der KPD-Funktionär Ernst Walter. Richard Ungermann wurde von SA-Männern aus Hennigsdorf und Eichstädt halbtot geprügelt, weil er bei einem Streik der Veltener Ofenarbeiter mitgewirkt und Demonstrationen organisiert hatte. Er wurde nur wenige Tage nach seinem Verhör erschossen.
Am 24. Juni 1933 wurde das Außenlager Meissnershof geschlossen. Alle Häftlinge wurden in das Konzentrationslager Oranienburg verschleppt.

„Von den Gebäuden des Meissnershofs gibt es heute keine Spuren mehr. Nicht einmal Fundamente existieren“, sagt Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther.  „Aber gerade diese Vergänglichkeit ist für uns Mahnung und verpflichtet uns daran zu erinnern, dass hier Menschen gefoltert und ermordet wurden. Und auch mit Blick auf die heutige Zeit, dürfen wir das nicht vergessen.“ Auch für Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner ist die Errichtung der Stele ein wichtiger Schritt.  „Verbrechen dieser Art dürfen sich niemals wiederholen“, sagt sie.

Die erste Überlegung eine Stele zum Gedenken und zur Information aufzustellen, geht in das Jahr 2014 zurück. Damals wurde im Bürgerhaus der Stadt Hennigsdorf die Wanderausstellung „Terror in der Provinz Brandenburg – Frühe Konzentrationslager 1933/34“ von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten gezeigt. Dabei wurde auch zum Meissnershof recherchiert.

 „Die Stadt hat die Anregung von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten sofort unterstützt“, sagt Bürgermeister Thomas Günther. „In enger Zusammenarbeit zwischen der der Stiftung und unserem Stadtarchiv wurde der geschichtliche Hintergrund recherchiert und nun im öffentlichen Raum für Bürgerinnen und Bürger dokumentiert.“

Das Gelände des ehemaligen KZ Meissnershof befindet sich, eher abseits gelegen, auf Hennigsdorfer Gebiet. Um die Erinnerung an die Opfer des SA-Terrors in die Öffentlichkeit zu tragen, wurde gemeinsam mit der der Stadt Velten der Standort an der Parkallee gewählt.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, der feierlichen Enthüllung der Stele am 21. Oktober 2019 um 10 Uhr beizuwohnen. 


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