i2030-Projektpartner stellten Zwischenergebnis vor

Eingestellt am: 01.10.2019 | 00:00



Die Arbeitsgruppe, die sich im Projekt i2030 der Länder Berlin und Brandenburg, DB Netze und VBB um den Teilbereich Nord-West kümmert, tagte in der vergangenen Woche im Veltener Kommunikationszentrum. Der VBB hatte im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg eingeladen, im Beisein von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) und dem Berliner Verkehrsabteilungsleiter Hartmut Reupke einen Zwischenstand der Überlegungen für einen Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs im Korridor Prignitz-Express/Velten vorzustellen.

Verkehrliche Zielstellung im Korridor sind die S-Bahn-Verlängerung nach Velten, die Realisierung eines 30-Minuten-Taktes nach Neuruppin sowie die Direkteinbindung des Regionalverkehrs über Berlin-Tegel nach Berlin-Gesundbrunnen. In der Summe dieser Maßnahmen ist allerdings laut den vorgestellten Ergebnissen neben weiteren Ausbauten eine Zweigleisigkeit zwischen Hennigsdorf und Velten unumgänglich. Hier soll es entsprechend eine zweigleisige Strecke mit Mischverkehr geben – also für die gemeinsame Nutzung durch den Regionalverkehr und die S-Bahn.

Bürgermeisterin Ines Hübner, die auf Einladung des Infrastrukturministeriums zusammen mit Bauamtsleiter Berthold Zenner an der Vorstellung der Ergebnisse teilgenommen hatte, sagt: „Wir wissen jetzt: Die Eingleisigkeit auf dem Streckenabschnitt Hennigsdorf-Velten ist vom Tisch. Es wird einen Mischverkehr auf beiden Gleisen geben.“

Von Landesseite wurden die Baukosten dafür auf rund 115 Millionen Euro geschätzt. Das ist eine deutliche Steigerung der geschätzten Kosten um mehr als das Achtfache im Vergleich zu den von der Stadt Velten im Rahmen der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) im Jahr 2010 vorgelegten Zahlen. Hintergründe sind der Bau des zusätzlichen Gleises, der notwendige komplexe Umbau des Bahnhofs Hennigsdorf, der Neubau eines elektronischen Stellwerks im Bahnhof Velten, da die vorhandene Technik nicht kompatibel ist, sowie gestiegene Baupreise gegenüber 2010. Die NKU ging von einem Gleis und Baukosten in Höhe von 14 Millionen Euro aus.

Nächste Schritte auf dem Weg zum Wiederanschluss Veltens an das S-Bahn-Netz sind die Entwurfs- und die Genehmigungsplanung zur Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens. „Wir erwarten, dass dieses Verfahren jetzt zügig begonnen wird. Das Land Brandenburg haben wir im Nachgang des Treffen bereits angeschrieben und um einen verbindlichen Zeitplan für die nächsten Schritte gebeten. Dieser Punkt blieb bei der Vorstellung der Arbeitsergebnisse offen“, erklärt Ines Hübner. „Es ist wichtig, dass es hier endlich zügig vorangeht. Denn die Geschwindigkeit des Ausbaus des ÖPNVs hält mit dem Wachstum unserer Region längst nicht mehr Schritt. Das muss sich dringend ändern.“

Im Projekt i2030 planen die Länder Berlin und Brandenburg, die DB Netz AG und der VBB eine bessere Schieneninfrastruktur für die Metropolregion. Im Oktober 2017 hatten die Beteiligten die „Rahmenvereinbarung über das Entwicklungskonzept für die Infrastruktur des Schienenverkehrs in Berlin und Brandenburg – i2030“ unterzeichnet. Die Länder stellen für die erste Planungsphase (Leistungsphase 0/1) mehr als acht Millionen Euro zur Verfügung. Mit den Landesmitteln werden umfangreiche Prüf- und Planungsprozesse in acht Teilprojekten finanziert – darunter der genannte Korridor Prignitz-Express/Velten.

Aktuell geht es darum, die Grundlagen für den Ausbau der Infrastruktur zu schaffen. Die Einigung auf grundsätzliche Ziele, eine genaue Analyse der vorhandenen Infrastruktur und des zu erwartenden Bedarfs sowie die Erarbeitung von Planungskonzepten für ausgewählte Varianten und schließlich erste Kostenschätzungen mit Nutzen/Kosten-Untersuchungen stehen dabei im Mittelpunkt. Mehr Informationen zu dem Projekt gibt es unter www.i2030.de


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