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Seit fast 85 Jahren ist das Rathaus Velten der Sitz der Stadtverwaltung, doch lesen Sie selbst.
Das Rathaus mit seinem keramischen Schmuck, dem Frauenkopf am Eingang zum Ratskeller, dem Turm und den Bäumen ringsherum stellt schon ein ansehnliches Ensemble im Stadtbild Veltens dar. Vor über 90 Jahren wurde an der Stelle des heutigen Rathauses das Elektrizitätswerk erbaut. Vor allem die vorhandenen 30 Ofenfabriken nutzten die erzeugte Elektrizität, um wirtschaftlicher zu produzieren. 1909 ging das Werk an die Gemeinde über. Bis 1911 reichte seine Kapazität von 300.000 kWh für die vorhandenen Ansprüche aus. Dem sprunghaften Anstieg des Bedarfs auf 460.000 kWh genügten die vorhandenen Maschinen nicht mehr. Die Gemeinde beschloss, sich an die Überlandzentrale anzuschließen. Das Elektrizitätswerk wurde stillgelegt. Im Ersten Weltkrieg wurde das Gebäude als Lebensmittellager genutzt. Im Februar 1921 lag erstmals ein Konzept zum Umbau des Elektrizitätswerkes zum Rathaus vor. Konzept und Projekt wurden von den Architekten Scherer und Aepple aus Berlin-Lichterfelde erarbeitet. Daneben gab es weitere Projekte, die vorsahen, das Gebäude weiterhin industriell zu nutzen. Die Stadtväter entschieden sich für das Rathaus und schon am 5. September 1922 erfolgte die Schlüsselübergabe zur Zweckbestimmung als Rathaus. Damit besaß die inzwischen 7.000 Einwohner zählende Gemeinde endlich eine örtlich zusammenhängende Verwaltung. Bis auf eine kurze Zeit nach 1945, wo das Gebäude die sowjetische Kommandantur beherbergte, wurde das Rathaus ständig durch kommunale Verwaltungen genutzt. Der Ratskeller dient nach wie vor gastronomischen Zwecken. Erste große bauliche Veränderungen erfuhr das gesamte Gebäude in den Jahren 1991/92. Durch die Nutzung von Fördermitteln des Landes wurde es möglich, das Rathaus vom Keller bis zum Dach zu sanieren und zu modernisieren. Dabei entstanden im Keller durch den Abriss der alten Heizungsanlage mehrere neue Räume. Das Dach wurde vollständig neu eingedeckt, ebenso der Turm mit Uhr, die jetzt wieder weithin zu hören ist. Auch der Ratssaal entstand in neuem Glanz. Die Angestellten aber begrüßten vor allem zwei neue Errungenschaften: Zum ersten die Zentralheizung; sie löste endlich die Ofenheizung ab. Und zum zweiten freuten sie sich über die modernen sanitären Anlagen. Während der gesamten Bauarbeiten arbeitete die Stadtverwaltung im Rathaus weiter. Auch die Bürger konnten sich stets an ihre Verwaltung wenden. Im Jahr 2001 wurde mit der denkmalgerechten Sanierung des Rathauses begonnen. Die Fassade wurde mit Fördermitteln instandgesetzt und die Fenster teilweise erneuert bzw. aufgearbeitet. 2002 wurde zur behindertengerechten Erschließung des Rathauses ein gläserner Fahrstuhl hofseitig angebaut. Dieser ermöglicht allen Bürgern den barrierefreien Zutritt ins Rathaus. Als Stahl-Glas-Konstruktion soll er möglichst transparent und zurückhaltend gegenüber dem Denkmal Rathaus wirken. Auch dem Brandschutz des Rathauses wurde mit dem Einbau von Feuerschutztüren in allen Etagen Rechnung getragen. Die Außenanlagengestaltung des Parkplatzes und der Hofeinfahrt wurde gleichzeitig durchgeführt. Eine Fortführung der Gestaltung des gesamten Rathausplatzes ist geplant. Damit erhält das Umfeld des Rathauses einen repräsentativen, begrünten und zum Verweilen einladenden Charakter. Seit 1922 haben die Veltener nun schon ihr Rathaus im Zentrum der Stadt. Es wird in diesem Jahr schon 85 Jahre alt. Uns scheint, das war ein guter Anlass, ausführlicher über dieses Haus zu berichten.
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