Diskursives Planverfahren "Velten Mitte" - 2014

Wozu noch ein Planverfahren für die Stadtmitte Velten?
Die Stadtverordnetenversammlung hat auf ihrer Sitzung am 6. März das diskursive Planverfahren für die Stadtmitte Velten beschlossen. Dieses Verfahren baut auf die bereits vorliegenden Planungen auf, führt die Einzelmaßnahmen zusammen und entwickelt diese als Gesamtkonzept weiter. Dies geschieht unter einer breiten Beteiligung der Akteure in der Stadt. Die angestrebten Planungsergebnisse sollen sich aus einem breiten Diskurs ergeben (diskursives Verfahren). Das heißt, dass der Schwerpunkt auf dem Verfahren selbst liegt und nicht wie üblich, Konzepte von Fachleuten, Planern und Gutachtern allein erstellt werden. Die unterschiedlichen Akteure in der Stadt sollen ihre Erfahrungen und Sichtweisen in mehreren Schritten in das Verfahren einbringen. Die Ergebnisse werden dann von Gutachtern fachlich untersetzt, gewertet und wieder öffentlich diskutiert werden. Dazu soll es voraussichtlich drei Workshops geben, zu denen Vertreter gesellschaftlicher Gruppen eingeladen werden. Die Workshops werden von einem externen Moderator geleitet und von einem interdisziplinären Planerteam begleitet. Diese Arbeitsgemeinschaft wird u. a. die Fachrichtungen Stadtplanung, Bauleitplanung, Hochbau, Verkehr, Tiefbau, Lärmschutz und Einzelhandel abdecken.

Der Planungsprozess in Velten soll in Kürze beginnen und zügig in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden. Das Planverfahren „Stadtmitte Velten“ verfolgt dabei gleich mehrere Ziele.


1. Sicherung der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme Innenstadt Velten
Seit 1994 konnten in der Innenstadt Velten viele Maßnahmen mithilfe von Städtebaufördermitteln umgesetzt werden. Mit insgesamt fast 10 Millionen Euro öffentlicher Fördermittel wurden Straßen hergestellt, Gebäude saniert und viele private Investitionen angestoßen. Diese Fördermittel des Bundes und des Landes wurden vom Land Brandenburg ausgereicht. Nach dem nun anstehenden Ende der Sanierungsmaßnahme muss gegenüber dem Fördermittelgeber nachgewiesen werden, dass die eingesetzten Fördermittel nachhaltig gesichert sind. Das heißt es muss sichergestellt werden, dass es zu keiner städtebaulichen Fehlentwicklung kommt, nachdem die Sanierungssatzung als städtebauliches Instrument nicht mehr anwendbar ist. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten die im Verfahren zu diskutieren sind.

2. Aufnahme in die Fördermaßnahme „Aktive Stadtteilzentren“
Die Stadt strebt die Aufnahme in die Fördermaßnahme „Aktive Stadtteilzentren“ an. Hier besteht die Möglichkeit bei der weiteren Entwicklung der Innenstadt Städtebaufördermittel in Anspruch zu nehmen. Um förderfähig zu sein müssen die bestehenden Defizite gegenüber dem Fördermittelgeber aufgezeigt und ein stimmiges Konzept vorgelegt werden, wie die Stadt beabsichtigt diese Defizite zu beseitigen.

3. Einzelhandelsaktionsplan
Bei der Entwicklung der Stadtmitte ist ein besonderes Augenmerk auf das Thema Einzelhandel zu legen. Bereits in dem vorliegenden Einzelhandels- und Zentrenkonzept wurde neben der Ansiedlung eines Einzelhandelsmagneten die Erstellung eines Einzelhandelsaktionsplans empfohlen. Diese Empfehlung soll nun aufgegriffen und weiter entwickelt werden. Ziel dabei ist die Sicherung und Weiterentwicklung des Einzelhandelsbestandes.

4. Städtebauliche Betrachtung des Stadtzentrums unter Einbindung aller Einzelmaßnahmen
In den letzten Jahren sind bereits viele Einzelmaßnahmen zur Entwicklung des Zentrums angestoßen worden. Einige Maßnahmen konnten bereits abgeschlossen werden wie z. B. der Bau der Ratsgasse und der Museumsgasse zur besseren Verknüpfung und Erreichbarkeit. Zu nennen ist diesbezüglich ebenfalls der Bahnhofsvorplatz als Entree zur Stadt. Investitionen wie der Museumsneubau sind im Entstehen und die Planungen für das Kommunikationszentrum weit fortgeschritten. Als besonders bedeutsame Investition ist die beschlossene Entwicklung eines Vollsortimenters im Bereich des Marktes zu sehen. Dazu befindet sich bereits ein Bebauungsplan im Verfahren mit dem das erforderliche Baurecht geschaffen werden soll. Wie bereits in mehreren fachlichen Untersuchungen dargelegt wurde besteht damit die Chance das Zentrum der Stadt neu zu beleben. All diese Planungen in der Innenstadt Veltens sollen im Rahmen des Verfahrens miteinander abgestimmt und im Ergebnis in einem einheitlichen Konzept dargestellt werden.

Im Ergebnis soll eine Planung entstehen, die umsetzbar ist und von einer breiten Mehrheit in der Stadt getragen wird. Die Attraktivität der Stadtmitte soll für die Bürger Veltens erlebbar und private Investitionen im Zentrum sinnvoll gefördert werden.

Ergebnisse des 1. Workshops (14.05.2014)

Ergebnisse des 2. Workshops (01.07.2014)

Ergebnisse des 3. Workshops (15.10.2014)