Ofenstadt Velten stellt mobile Meldebehörde vor

Eingestellt am: 08.12.2016 | 00:00



Im Abstand von etwa zwei Monaten bietet das Einwohnermeldeamt der etwa 12.400 Einwohner zählenden Ofenstadt Velten Vor-Ort-Sprechstunden im Caritas-Seniorenzentrum St. Elisabeth an. Denn nicht alle Bewohner sind mobil genug, den Weg in den Bürgerservice der Stadtverwaltung zu bewältigen.

Bislang gestaltete sich der Prozess von An- und Ummeldungen, Ausweisbefreiungen oder Neubeantragungen recht umständlich: Denn die Formulare für An- und Ummeldungen mussten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung handschriftlich ausfüllen, um sie später im Rathaus in das Fachprogramm MESO zu übertragen. Weil das notwendige Scannen eines Fingerabdrucks im Seniorenzentrum nicht möglich war, konnten elektronische Personalausweise war vor Ort nicht bearbeitet werden.

Künftig wird das Meldeverfahren sowohl effizienter als auch bürgerfreundlicher gestaltet: Möglich macht das der „Mobile Bürgerkoffer“, den die Stadt mit Fördermitteln des Landes Brandenburg anschaffen konnte. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf rund 6.400 Euro, von denen das Ministerium des Innern und für Kommunales Brandenburg (MIK) 5.000 Euro beisteuerte.

Der „Mobile Bürgerkoffer“ ist ein modernes Mini-Büro, das neben einem Laptop mit den notwendigen Fachanwendungen auch einen Drucker, einen Scanner und einen Fingerabdruckscanner mitbringt. Per Mobilfunk ist der Bürgerkoffer direkt mit dem Rathaus verbunden. So können Meldevorgänge künftig direkt vor Ort eingetragen und bearbeitet werden. Bewohner des Seniorenzentrums, die einen elektronischen Personalausweis besitzen und sich an- oder ummelden wollen oder erstmals einen elektronischen Pass beantragen möchten, können dies jetzt direkt vor Ort am Änderungsterminal erledigen. Der Weg in den Veltener Bürgerservice entfällt. Auch Befreiungen von der Ausweispflicht sowie Auskunfts- und Übermittlungssperren können erfasst und bearbeitet, Meldebescheinigungen und Wahlscheine können ausgestellt werden.

Innenminister Karl-Heinz Schröter sagte: „Dieses neue Angebot zeigt, dass die Bürgernähe von Dienstleistungen nichts zu tun hat mit den Gebietsstrukturen von Verwaltungen. Behauptungen, die Wege zur Verwaltung würden in Zukunft länger werden, sind angesichts der heutigen technischen Möglichkeiten, nichts anderes als Panikmache. Für die Bürgerinnen und Bürger können die Wege zum Amt künftig sogar kürzer und bequemer werden.

Ortsnahe Dienstleistungen sind das Modell der Zukunft. Das ist gerade auch angesichts einer älter werdenden Bevölkerung von großer Bedeutung. Deshalb freue ich mich besonders, dass die Caritas mit ihrem Seniorenzentrum beim mobilen Bürgerservice mitmacht.

Die insgesamt acht Gemeinden, die jetzt einen mobilen Bürgerservice anbieten, sind Vorreiter einer Entwicklung zu einer noch bürgernäheren Verwaltung.“ Außer in Velten gibt den mobilen Bürgerservice auch im Amt Brück, in der Gemeinde Heideblick sowie in den Städten Potsdam, Nauen, Senftenberg, Wittstock/Dosse und Liebenwalde.

Ines Hübner, Bürgermeisterin der Stadt Velten: „Der Mobile Bürgerkoffer ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg unserer Verwaltung in Richtung Bürgerfreundlichkeit. Die kommunale Dienstleistung ist so ortsunabhängig und jederzeit möglich. Zugleich erwarte ich mir von der Neuerung einen effizienteren Einsatz unserer personellen Ressourcen. Auf diese Weise bleibt mehr Zeit für andere wichtige Aufgaben.“

Darüber hinaus könnte der „Mobile Bürgerkoffer“ auch bei weiteren Vor-Ort-Sprechstunden zum Einsatz kommen. Beispiele sind die Unterbringung von Flüchtlingen in Sammelunterkünften, Straßenumbenennungen oder das Arbeiten bei Strom- oder Internetausfall. Insbesondere für die Wahlleitung bietet der „Mobile Bürgerkoffer“ damit eine Sicherheitsreserve.

 

 


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