Stadt verleiht Ehrenbürgerschaft an Hedwig Bollhagen

Eingestellt am: 13.11.2017 | 00:00



Anlässlich ihres 110. Geburtstages verlieh die Stadt Velten am Abend des 10. November die Ehrenbürgerschaft posthum an die herausragende Keramikerin Hedwig Bollhagen. Der Festakt fand vor großer Gästezahl im Hedwig-Bollhagen-Museum statt.

„Mit HB ehren wir eine emanzipierte Frau. Eine Macherin, eine Kreative, eine außergewöhnliche Künstlerin. Und vor allem eine der herausragenden deutschen Keramikerinnen des 20. Jahrhunderts, die sich um das Ansehen der Stadt Velten in besonderer Weise verdient gemacht hat“, hieß es im Grußwort von Bürgermeisterin Ines Hübner.

Am 10. November 1907 in eine gutbürgerliche Hannoveraner Familie hineingeboren, entschied sich HB nach dem Abschluss des Lyzeums, Töpferin zu werden. An der Staatlichen Keramischen Fachschule in Höhr-Grenzhausen studierte sie ab 1925 und lernte ihr Handwerk von der Pike auf. Nur zwei Jahre später übernahm sie ihre erste Anstellung. Gerade 19-jährig oblag ihr die Leitung der Malereiabteilung in den Steingutfabriken Velten-Vordamm mit rund hundert Malmädchen. Im Veltener Werk sollte sie in den kommenden Jahren bis zur Schließung der Steingutfabriken 1931 ihren unverwechselbaren Stil entwickeln: „keine modischen Sachen“, wie sie es selbst einmal sagte, sondern „einfache, zeitlose Dinge“.

Kerstin Husarzewsky, stellvertretende Bürgermeisterin, übergab der Nichte Hedwig Bollhagens, Dr. Silke Resch, eine Ehrenurkunde. Sie trug sich anschließend auch in das Goldene Buch der Stadt ein.

„Dass Velten Hedwig Bollhagen die Ehrenbürgerschaft verleiht, ist eine große Freude", sagte Brandenburgs Kulturstaatssekretärin Dr. Ulrike Gutheil: „Das zeigt, dass das Erbe HBs auch heute noch die Stadt Velten prägt."

Im Anschluss an den Festakt eröffnete Museumsleiterin Nicole Seydewitz eine Sonderausstellung mit 110 Kannen und Kännchen aus der Sammlung des Fördervereins der Museen, welche die Serienproduktion der Keramikerin zeigt. Denn viele Besucher würden die Tasse, die sie zu Hause selbst im Schrank haben, in der Dauerausstellung vermissen.

Alexander Grella, Geschäftsführer der in Marwitz ansässigen und noch immer produzierenden HB-Werkstätten, hatte sich für den Geburtstag HBs ein besonderes Geschenk überlegt: Er übergab den Museen eine elf Kilogramm schwere, blaue Bodenvase als Leihgabe. Diese entstand nach einem der letzten Entwürfe Bollhagens, der zu ihrem Geburtstag jetzt in die limitierte Serienproduktion geht. Die Vase zeigt sichtbar, dass HBs Erbe weiter lebendig ist.


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