Veltens Bahnhof als „Best-Practice-Beispiel“

Eingestellt am: 06.11.2015 | 13:13



Zu „Brandenburgs hässlichstem Bahnhof“ hatte die Märkische Allgemeine Zeitung den Bahnhof der Stadt Velten nach einer Umfrage vor wenigen Tagen erklärt. Den Artikel hatte Landtagsabgeordneter Michael Jungclaus, verkehrspolitischer Sprecher von B90/DIE GRüNEN, aufmerksam gelesen und sich kurzerhand in die Bahn gesetzt, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Denn Jungclaus ist mit seiner Brandenburger Bahnhofstour ohnehin häufig an Brandenburgs Bahnstationen anzutreffen. üblicherweise allerdings an solchen mit weniger als fünfzig Ein- und Aussteigenden pro Tag, die von der Landesregierung als nachfrageschwache Bahnstationen deklariert und deren Erhalt in Frage gestellt wurde.

„Das trifft auf Velten allerdings nicht zu“ erklärte ihm Bürgermeisterin Ines Hübner, die ihren Gast am Bahnhof in Empfang nahm. Etwa 2.300 Fahrgäste passieren den Bahnhof der Ofenstadt täglich. Dort angekommen, zeigte sich der Abgeordnete überrascht. Denn Bahnhofsvorplatz und Park-und-Ride-Platz sind nagelneu. Das Bahnhofsgebäude wird gerade aufwändig durch den Investor und Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz saniert und ausgebaut.

Auch die Instandsetzung der Bahnanlagen ist auf einem guten Weg: Seit zwei Jahren ist die Stadtverwaltung mit der DB Bahn und dem VBB im Gespräch. Inzwischen haben sich die Partner auf eine Umbauvariante geeinigt. „Dabei werden die Bahnanlagen für rund 4,5 Millionen Euro barrierefrei gestaltet“, erläuterte die Bürgermeisterin ihrem Gast. „Drei Aufzüge wird der Zugang zu den Bahnsteigen dann erhalten.“ Um die Realisierung der Pläne voranzubringen, wird die Stadt 2016 die Planung für den Umbau aus der Stadtkasse vorfinanzieren. In den kommenden Monaten wird die konkrete Finanzierungsvereinbarung erarbeitet. Hübner hofft auf einen Baubeginn in 2017. „Ist das geschafft, haben wir einen Vorzeigebahnhof“, so die Rathauschefin.

„Was in Velten aber sehr drückt, ist die S-Bahn“, stellte Ines Hübner klar. „Wir haben in Velten große Wachstumspotentiale. Es ist daher unverständlich, warum der S-Bahn-Anschluss trotz positiver Wirtschaftlichkeitsrechnung nicht wiederhergestellt wird.“ Wichtig sei der Anschluss nicht zuletzt für den Wirtschaftsstandort Velten. Viele Fachkräfte kommen aus dem nahen Berlin. „Die heutige Verkehrsanbindung ist ungenügend.“

Michael Jungclaus nahm die Informationen und Anregungen aus Velten aufmerksam auf. Er unterstrich zum Ende des Gesprächs die Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs „als Daseinsvorsorge für die Menschen im Land Brandenburg“. Dabei dürfe nicht nur der Kosten-Nutzen-Aspekt im Vordergrund stehen. Den Bahnhof in Velten bezeichnete der Abgeordnete schon jetzt als ein „Best-Practice-Beispiel“.


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