Mit Herz gegen geistige Brandstiftung

Eingestellt am: 06.11.2015 | 13:58



Friedlich blieben gestern Abend beide Demonstrationen in Velten – sowohl der „Abendspaziergang für eine angemessene Asylpolitik“, den der NPD-nahe Veltener Maik N. angemeldet hatte wie auch die Gegendemonstration vor der Evangelischen Kirche. Etwa einhundert Polizeibeamte waren dafür im Einsatz.

Letztere sollte ein Zeichen setzen gegen diejenigen, die Hass gegen Fremde schüren. Unter dem Motto „Herz statt Hetze“ kamen am Abend gut 120 Menschen vor dem Gotteshaus zusammen. Das große selbstgemalte Herz, das die Organisatoren an einem dicken Baumstamm angebracht hatten, verdeutlichte das Motto anschaulich.

Anlass war ein sogenannter Abendspaziergang in Pegida-Tradition, der erstmals in Velten stattfand. Rund 200 Menschen nahmen daran teil. Auf den Transparenten auf dem Marktplatz prangten Slogans wie „Bluten darf das deutsche Volk“ oder „überfremdung ist auch eine Form von Völkermord“. Nach der Kundgebung begab sich der Demonstrationszug durch Veltens Innenstadt. Ihre Wegstrecke säumten Anti-Nazi-Plakate.

„Die Abendspaziergänge sollen harmlos wirken“, sagte Bürgermeisterin Ines Hübner bei der Gegendemonstration. Die Reden aber zeigen ihr wahres Gesicht: „Es ist die geistige Brandstiftung, die der tatsächlichen vorausgeht.“ Den Unmut der Bürger könne sie verstehen. „Eine reflexartige Verteufelung halte ich aber für falsch.“ Sie rief dazu auf, gemeinsam für Toleranz und Weltoffenheit einzustehen.

Zum ökumenischen Friedensgebet luden Pfarrer Christoph Poldrack und Christian Wunderlich ein. Unterstützung erhielten die Gegendemonstranten zudem vom Kreisfeuerwehrverband: Kreisbrandmeister Frank Kliem positionierte sich damit klar gegen den von einem Feuerwehrmann angemeldeten Abendspaziergang.


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