„Haus des Brotes“ im Veltener Bahnhof eröffnet

Eingestellt am: 18.12.2015 | 15:31



Ambitioniert und mutig waren die Pläne von Karl-Dietmar Plentz allemal: Noch zwei Wochen vor dem Eröffnungstermin hingen im Geschäft am Bahnhof die Kabel von der Decke, waren längst nicht alle Trockenbauarbeiten abgeschlossen. Die Küche fehlte und die Bauabnahme stand noch aus. Der Schwantener Bäckermeister blieb dennoch optimistisch. Zu Recht – wie sich heute zeigte.

Einweihung für sein „Haus des Brotes“ im Veltener Bahnhof konnte "Ostdeutschlands bester Bäcker“ am 18. Dezember 2015 gemeinsam mit seine Ehefrau Agnes, seiner Familie, Mitarbeitern, Freunden, Wegbegleitern, Handwerkern, Mutmachern und Unterstützern feiern. Bis dahin brauchte er einen langen Atem. Schon 2010 hatte Plentz Interesse am Veltener Bahnhofsgebäude bekundet. Erst drei Jahre später konnte er den Kaufvertrag unterzeichnen. „Es gibt einfachere Dinge als mit der Deutschen Bahn zu verhandeln“, kommentierte Landrat Ludger Weskamp die schwierigen Einigungsgespräche. 

Nun ist nicht nur das Gebäude ansehnlich geworden: Sieben neue Arbeitsplätze entstanden allein in der Bäckerfiliale. Außerdem wird die „Fahrschule Wieland“ hier ein neues Domizil finden. Bereits vor einigen Tagen startete Uta Butzlaff mit ihrer "Haarstation". Im Obergeschoss entstehen zwei Wohnungen. Das Land Brandenburg unterstützte den Bahnhofsumbau mit 267.000 Euro aus dem Förderprogramm „Aktive Stadtzentren". Die Stadt Velten steuerte 133.000 Euro für die Sanierung bei.

Herzstück ist der Bäcker- und Cafébereich, in dem in unterschiedlichen Räumen bis zu siebzig Gäste Platz finden. Im Angebot sind neben traditionellen Backwaren auch Kuchen, Torten und Snacks. Das Imbissangebot will Plentz sukzessive erweitern. Der Name „Haus des Brotes“ könnte weihnachtlicher nicht sein. Er leitet sich von der Stadt Bethlehem ab: „Beth“ heißt im Hebräischen „Haus“ und „Lechem“ bedeutet „des Brotes“. Festredner Pfarrer Alexander Garth bezeichnete die Backerei als „einen der himmlischsten irdischen Orte, die ich mir vorstellen kann“. Für Velten ist die Sanierung der einstigen Bahnhofsruine ein echter Glücksfall, ist Bürgermeisterin Hübner überzeugt. Die Eröffnung habe „historische Dimension“.

Doch auch wenn der Bäckermeister den Bahnhof aus dem Dornröschenschlaf geweckt und in die Moderne geholt hat, bleibt sein Erscheinungsbild unvollendet. Es sei nun Zeit, die nächsten Schritte anzupacken, so Hübner, die damit Bezug auf die marode Bahnsteiganlage nahm. Für das Jahr 2016 hält die Stadt 250.000 Euro für Planungen bereit. Spätestens 2018 werden die Anlagen dann barrierefrei sein, hofft die Bürgermeisterin. Sie bekräftigte im Beisein der Landtagsabgeordneten Gerrit Große zugleich die Forderung Veltens zur Wiederherstellung des S-Bahn-Anschlusses: „Velten braucht die S-Bahn!“


Kategorie: Allgemein