45 % der Veltener für Frischemarkt im Ortszentrum

Eingestellt am: 09.12.2015 | 09:23



Mit der Bürgerversammlung am 8. Dezember 2015 in der Ofen-Stadt-Halle und der Vorstellung der Ergebnisse der Bürgerumfrage geht in der Stadt Velten das fast zwei Jahre dauernde Bürgerbeteiligungsverfahren  zur künftigen Entwicklung der Innenstadt zu Ende. Im März 2014 hatte die Stadtverordnetenversammlung das Diskursive Planverfahren beschlossen, um Ideen für die Stadtmitte zu bündeln.

Es folgten drei Workshops, eine Infoveranstaltung, eine Ausstellung und zuletzt die Bürgerumfrage. Befragt wurden alle wahlberechtigten Veltener ab dem 16. Lebensjahr. Insgesamt wurden damit etwas mehr als 10.000 Fragebögen versandt. „Der Rücklauf mit 2.589 Fragebögen ist ein herausragendes Ergebnis, welches das deutliche Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung unserer Innenstadt zeigt“, betont Bürgermeisterin Ines Hübner.

Herausragendes Ergebnis der Umfrage ist die enorme Zufriedenheit der Veltenerinnen und Veltener mit ihrer Stadt: Achtzig Prozent der Befragten leben gern oder sehr gern in ihrer Stadt. Der Ofenstadt werden zudem überaus positive Eigenschaften zugeschrieben. Die Bürgerinnen und Bürger empfinden ihre Stadt vor allem als ruhig, friedlich, sauber und gepflegt, aber auch „gut für ältere“ sowie kinder- und familienfreundlich. „Das zeigt deutlich, dass die Stadt den richtigen Weg beschreitet“, ist Ines Hübner überzeugt.

In die Innenstadt kommt der überwiegende Teil der Befragten (83 Prozent) insbesondere zum Einkaufen. Auch bei der Frage nach dem, was in der Innenstadt fehlt, waren weitere Einkaufsmöglichkeiten am häufigsten genannt. (48 Prozent). Für die weitere Belebung der Innenstadt wünscht sich eine Mehrheit (55 Prozent) einen Mix aus Wohnen, Einkaufen und eine bessere Aufenthaltsqualität.

Um diesen Mehrheitswunsch nach mehr Einkaufsmöglichkeiten zu erfüllen, bedarf es eines Frequenzbringers. Das haben Experten in der Vergangenheit mehrfach bescheinigt. Nur dieser kann nachweislich ausreichend viele Kunden anziehen. In der Praxis hat sich bereits vielerorts gezeigt, dass alleine kleinere Läden oder Discounter die benötigte Anziehungskraft nicht mit sich bringen.

Auch das Land Brandenburg hat in seinem Fördermittelbescheid zum Förderprogramm „Aktive Stadtzentren“ darauf hingewiesen, dass die Stadt ein Konzept zur Belebung ihrer Innenstadt in den Fokus rücken muss. Denn derzeit sind hier Investitionen in Höhe von circa 4,6 Millionen Euro geplant. Nur mit finanzieller Unterstützung des Bundes und des Landes Brandenburg kann es gelingen, alle Vorhaben des städtebaulichen Konzepts zu realisieren. Für jeden Euro, den die Stadt Velten bereitstellt, werden Bund und Land zwei Euro aus dem Förderprogramm als Zuschuss dazugeben.

Die Frage nach dem Vollsortimenter mit hohem Markenanteil griff deshalb auch die Umfrage auf: Ergebnis ist, dass 45 Prozent der Veltenerinnen und Veltener einen Supermarkt mit Vollsortiment als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ ansehen. Nur 37 Prozent halten ihn hingegen für „nicht notwendig“. 18 Prozent der Befragten empfinden die Ansiedlung als „eher unwichtig“, lehnen sie aber nicht ab. Damit haben sich die Veltenerinnen und Veltener mehrheitlich für einen Frischemarkt in ihrer Ortsmitte ausgesprochen. „Ich habe gesagt, dass für mich das Votum der Bürger für die weitere Entwicklung der Innenstadt bindend ist. Zu dieser Aussage stehe ich auch heute“, sagte Ines Hübner bei der Bürgerversammlung.

Die Ergebnisse bestätigen den seit 2009 begonnenen Weg der Stadt Velten. Dazu gehören neben dem Frischemarkt-Projekt insbesondere die Weichenstellung für die Realisierung von neuem Wohnraum, die begonnene Spielplatzkonzeption sowie die geplante Aufwertung des Vorplatzes der Ofen-Stadt-Halle und des Marktplatzes. Auch der Erweiterung des Hedwig-Bollhagen-Gymnasiums steht nichts mehr im Weg.

Deutliches Zeichen für die positive Entfaltung der Ofenstadt ist weiterhin die Entwicklung des Wohnungsmarktes: Während noch vor wenigen Jahren ein erheblicher Wohnungsleerstand zu verzeichnen war, hat die städtische Gesellschaft heute den Stand der Vollvermietung erreicht. Das nächste Wohnungsbauprojekt steht bereits in den Startlöchern: Auf dem Gelände des ehemaligen Krause-Marktes werden durch einen privaten Investor 85 altersgerechte Wohnungen und kleinere Gewerbeeinheiten entstehen.

Nächstes Ziel der Stadt ist die Fertigstellung des „Städtebaulichen Konzepts für die Innenstadt“. Die Beschlussfassung soll in der nächsten Versammlung der Stadtverordneten vorbereitet werden.

Ines Hübner: „Natürlich steckt in der Umsetzung noch viel Arbeit. Uns ist bewusst, dass wir gemeinsam auf eine langfristige Perspektive hinarbeiten. Wichtig ist aber, auf welchen Weg uns die Bürgerinnen und Bürger schicken: Den Weg hat uns das Land bescheinigt. Den Weg haben uns Experten bescheinigt. Und den Weg haben uns jetzt auch die Veltenerinnen und Veltener bescheinigt.“

Hier finden Sie die Ergebnisse der Umfrage.


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